Guten Tag,

die mit Spannung erwartete "Longlist" zum diesjährigen
Deutschen Buchpreis wurde in diesen Tagen veröffentlicht. Die Jury hat aus 173 neuen deutschsprachigen Büchern ausgewählt. Einer dieser Autoren wird den begehrten Preis im Oktober erhalten.

Und einen können Sie bei Graff sogar live erleben: Wilhelm Genazino stellt sein nominiertes Buch "Wenn wir Tiere wären" am 19. September in der Buchhandlung vor. > Hier erhalten Sie mehr Informationen dazu.
In alle 20 Titel der Longlist können Sie > hier hineinlesen.

Heute finden Sie eine Neuerung im Newsletter: Unser Kunde Andreas Schattka stellt Ihnen ein politisches Sachbuch vor, das er für lesenswert und diskussionswürdig hält.

Unser Auszubildender André Bauer empfiehlt:

Simon Urban: Plan D

Oktober 2011. Die anstehenden Verhandlungen zwischen Kanzler Lafontaine und dem Staatsratsvorsitzenden Krenz über milliardenschwere Transitgebühren für russisches Gas, die die DDR am Leben erhalten, sind gefährdet, als ein ehemaliger Berater Krenz’ ermordet wird.

Auftritt Volkspolizeihauptmann Martin Wegener. Unser müder, unförmiger Antiheld wird ausgewählt, mit westdeutscher Unterstützung Licht ins Dunkel zu bringen. Im Dickicht Ostberlins - zwischen Stasi, Bonzentreffs und seiner inzwischen im Transit-Ministerium tätigen Ex Karolina - helfen ihm nur Sarkasmus und die abgeklärten Ratschläge seines spurlos verschwundenen Mentors Major Früchtl, mit dem er imaginär Zwiesprache hält.

Simon Urbans Satire begeistert mit einer Fülle an sprachlichen Bildern und Wortwitz. Komischen und derb erotischen Zügen stellt er Resignation, allgegenwärtig herrschendes Misstrauen und Verrat in der „wiederbelebten“ DDR gegenüber.

Schöffling Verlag, 550 Seiten, 24.95 Euro


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Es ist wieder soweit: Meer soweit das Auge reicht und viel Zeit zum Lesen. Ganz oben in meiner Urlaubstasche liegt: "Nie war es herrlicher zu leben - Das Geheime Tagebuch des Herzogs von Croy".

Hans Pleschinski hat aus dem riesigen Journal Herzog Emmanuels, dass dieser seit 1740 geführt hat, eine Essenz aus 407 Seiten zusammengestellt, die an Lebendigkeit seinesgleichen sucht. Croy war einer der wichtigsten Männer seiner Zeit und er hat akribisch Tagebuch über seine Begegnungen und Beobachtungen am Hofe Louis XV geführt.

Er führt uns in eine Welt der Monarchen, Mätressen und Querdenker. Ich denke, auch Regentage lassen sich mit diesem Buch gut ertragen.

Beck Verlag, 428 Seiten, 24.95 Euro

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Stephanie Gluchs Geschenkbuchtipp:

10JahresBuch

Auch wenn der Tag noch so schlimm gewesen ist, es gibt immer einen kleinen Moment des Glücks, der sich festzuhalten lohnt.

Mit dem 10Jahresbuch von ars edition gehen diese Augenblicke nicht verloren. Jahr für Jahr, Tag für Tag können Sie wie in einem Kalender Ihre Gedanken notieren und Ihre eigene kleine Lebenschronik schreiben. So wird jeder Tag ein ganz besonderer.

ars edition, 400 Seiten. 19.95 Euro

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Eleonore Mörbitz empfiehlt:

Jan C. Wagner: Das Licht in einem dunklen Haus

Ein Mörder der weint.
Komissar Kinno Joentan ist auf der Suche nach einem Mörder, der sympathischer scheint als seine Opfer. Eigentlich müsste seine ganze Aufmerksamkeit nur dem Versuch gelten, die ungewöhnlichen Taten aufzuklären  -  aber der junge Ermittler hat gerade eine andere, für ihn viel existentiellere Sorge: Larissa, die Frau, die unvermutet wieder Licht in sein von Trauer überschattetes Leben brachte, ist spurlos verschwunden.

Während der rätselhaft souveräne Täter in verschiedenen Städten weitere Opfer findet, führt Kinno Joentan die Suche schließlich in ein kleines Dorf in der tiefsten finnischen Provinz  -  und mitten hinein in die Dunkelheit eines lang vergangen Sommers.

Jan Costin Wagner ist ein Deutscher, der in Finnland lebt und wie ein Skandinavier schreibt. Geschickt nutzt der Autor das Genre des Krimis für melancholische Psychostudien über Trauer und Tod, Schuld und Sühne. Nun hat er ein Buch veröffentlicht, das mehr Liebesroman als Krimi ist, trotz etlicher Morde, die brutal beiläufig begangen werden.
Wagner wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem deutschen Krimipreis.

Kiepenheuer & Witsch Verlag, 308 Seiten, 19.99 Euro

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Dagmar Ostwald empfiehlt:

David Foenkinos: Nathalie küsst

Nathalie und Francois führen eine Ehe voller Glück und Harmonie. Doch eines Tages verunglückt Francois bei einem Verkehrsunfall tödlich. Nathalie ist wie versteinert. Sie lebt wie in Trance und stürzt sich auf ihre verantwortungsvolle Arbeit in einem schwedischen Konzern, bis plötzlich Markus in ihr Leben tritt.

Dieser unscheinbar wirkende junge Mann strahlt eine besondere Faszination auf Nathalie und seine Mitmenschen aus und zieht sie in seinen Bann. Selbst Charles, sein Chef und Nebenbuhler um die Gunst von Nathalie, ist beeindruckt und sieht ihn als eine Art Mentor. Trotz aller Widrigkeiten entwickelt sich zwischen Nathalie und Markus eine gefühlvolle und empfindsame Liebesgeschichte.

Ein wunderbares Buch, gefüllt mit Poesie und feinem Humor.

Beck Verlag, 238 Seiten, 16.95 Euro

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Unser Kunde Andreas Schattka empfiehlt:

Nicole Huber: Kinderfrei

Nicole Huber möchte den Blickwinkel verändern: Weg von der Verherrlichung der Elternschaft als das Maß aller Dinge, und der Verunglimpfung der Kinderlosen als Egoisten und Konsumwütige. Hin zu einer vernünftigen Betrachtung der Beweggründe für Menschen, die mit oder eben auch ohne eigene Kinder ihr Leben selbstbestimmt gestalten wollen.

Und deshalb argumentiert sie so: Weniger ist mehr, dauerndes Wachstum gefährdet unser aller Leben, weil Umweltzerstörung, Verbrauch von Rohstoffen, Artensterben, Armut, Hunger und Verteilungsgerechtigkeit die größten Gefahren für die Menschheit und ihr Überleben darstellen. Und diese Gefahren werden durch die Überbevölkerung verschärft.

Deshalb leisten aus ihrer Sicht Menschen, die keine eigenen Kinder in die Welt setzen, einen Beitrag dazu, dass ein menschenwürdiges Dasein für die jetzt lebenden möglich ist und die Zukunft für kommende Generationen gesichert wird.

So hinterfragt sie auch das Argument, dass viele Kinder die Renten von morgen sichern, weil Kinder und Jugendliche zunächst einmal Geld kosten, ohne Leistungen zu erbringen.

Ein Buch, das aufwühlt und Denkanstöße gibt, um die Minderheitenposition der „Kinderfreien“ ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.

Herbis Verlag, 208 Seiten, 14.99 Euro

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Stefanie Westenberger empfiehlt:

Lea Singer: Der Opernheld

In der Illusion liegt das einzig beständige Glück! Davon ist zumindest Moritz Redder, der Held in Lea Singers jüngstem Werk "Der Opernheld", überzeugt.

Der Roman ist ein wunderbares Buch, nicht nur über die italienische Oper, sondern auch über das Italien der Gegenwart und seinen die Medien und das Land beherrschenden Condottiere.

Redder ist ein unauffällig–angepasst lebender Notar, Single, unempfänglich für Emotionen aller Art. Im Alter von 38 Jahren wird ihm das Erbe seiner Mutter in Form zahlreicher Langspielplatten mit Aufnahmen der berühmtesten italienischen Opern, in der Interpretation der hervorragendsten Orchester und Sänger und Sängerinnen, zugestellt. Eine einzige Nacht mit 'Don Carlo' genügt, und Maurizio Salvatore, wie er sich fortan nennt, ist für die Welt verloren, aber für Donizetti, Bellini, Rossini, Masacagni, Verdi, Leoncavallo, Puccini ... entflammt.

Als ein Don Quixote des des 21. Jahrhunderts bereist er mit dem Mops "Marquis Posa" als Rosinante die Städte und Orte, an denen sie gewirkt haben, und verwechselt nicht selten die Wirklichkeit mit der Wahrheit.

Informativ, hochvergnüglich zu lesen ... was will man mehr?

Hoffmann und Campe Verlag, 383 Seiten, 22.00 Euro

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Der sogenannte Vatikanthriller ist ein ganz besonders spannendes Genre, denken wir nur an weltweit erfolgreiche Bücher wie "Sakrileg", "Assassini", "Des Teufels Kardinal" oder "Illuminati".

Alex Thomas beherrscht diese Thrillerrichtung in "Lux Domini" sehr gut, er kann mit den "Zutaten" souverän umgehen: Verschüttete Geheimgänge unter dem Vatikan, undurchsichtige Kardinäle, die Visionen einer Nonne, verschollene Schriften, ein Mordkomplott, die Machenschaften eines Geheimordens ...
Nebenbei fällt der Autor durch fundierte historische Kenntnisse auf, die er geschickt einflechten kann.

Und wie es sich für einen guten Vatikanthriller gehört, steht in einem Wettlauf gegen die Zeit das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel.

Blanvalet Verlag, 447 Seiten, 14.99 Euro

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